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CSS 2.1 · Eigenschaft

CSS-Eigenschaft stress

Vollreferenz zu stress aus CSS 1 und CSS 2.1 mit Syntax, Bedeutung, Beispiel und Browserunterstützung.

Erstveröffentlichung Lesezeit 3 min
stylesheet.css · stress

Aurale Eigenschaft aus CSS 2: kein Browser hat sie je umgesetzt; CSS 2.1 führt sie nur noch informativ, CSS Speech (Level 3) definiert Nachfolger.

Erläuterungen

Die Eigenschaft stress legt wie die Eigenschaft pitch-range Merkmale für Betonung und Nachdruck der auralen Ausgabe fest. Während pitch-range die Variationen der Tonlage allgemein definiert, ist stress dazu gedacht, bestimmte Satzteile hervorzuheben und dadurch besonders zu betonen.

Hinweis:
Alle Auralen Eigenschaften werden in CSS 2.1 voraussichtlich nur noch als Anhang übernommen und sind nicht normativ.

Erlaubte Werte

Auszug aus der Spezifikation (die verwendete Syntax wird im Artikel CSS-Wertesyntax genauer erläutert):

'stress'
<number> | inherit
<number>
Ein Wert zwischen 0 und 100. Die Bedeutung dieses Wertes ist abhängig von der eingestellten Sprache. Der Wert 50 hat auf eine durchschnittliche männliche deutsche Stimme eine andere Wirkung wie auf eine italienische Stimme. Wie beim numerischen Wert der Eigenschaft richness, machen auch hier kleinere Werte einen mehr eintönigen Eindruck.
inherit
Bestimmt explizit, dass diese Eigenschaft denselben berechneten Wert wie im Elternelement annimmt.

Code-Beispiel

P:lang(de) { stress: 50; }
P:lang(it) { stress: 40; }

Browserunterstützung

 
Die auralen Eigenschaften werden bis heute nur mangelhaft unterstützt, so dass sie für die Produktion noch nicht geeignet sind.

Wechselwirkungen

:lang, pitch-range, richness, voice-family

Betonung und Tonumfang sind zweierlei

Die beiden Eigenschaften wirken auf dieselbe Größe, die Tonhöhe, aber auf verschiedene Weise. pitch-range beschreibt, wie weit die Stimme insgesamt schwankt, also die Breite des Bandes, in dem sie sich bewegt. stress beschreibt, wie stark einzelne Stellen aus diesem Band herausgehoben werden.

Eine Stimme kann viel schwanken, ohne etwas zu betonen: sie klingt dann bewegt, aber beliebig. Und sie kann in einem engen Band bleiben und trotzdem klar betonen, wenn die wenigen Ausschläge an den richtigen Stellen sitzen. Für den Hörer ist der zweite Fall der informativere, weil er ihm sagt, worauf es im Satz ankommt.

Praktisch heißt das, dass beide Werte gemeinsam gewählt werden wollen. Ein hoher Umfang bei niedriger Betonung ergibt eine unruhige Stimme ohne Aussage, ein niedriger Umfang bei hoher Betonung eine sachliche Stimme, die dennoch führt.

Warum der Wert von der Sprache abhängt

Die Spezifikation weist ausdrücklich darauf hin, dass derselbe Zahlenwert in verschiedenen Sprachen verschieden wirkt, und das Code-Beispiel setzt für Deutsch 50 und für Italienisch 40. Dahinter steht ein Unterschied im Sprachbau.

Sprachen unterscheiden sich darin, wie sie Wichtigkeit hörbar machen. In der einen Gruppe tragen betonte Silben deutlich mehr Länge und Tonhöhe als unbetonte, und die unbetonten werden dazwischen gerafft. In der anderen bekommen die Silben gleichmäßigere Anteile, und die Hervorhebung geschieht feiner. Ein Wert, der in der ersten Gruppe natürlich klingt, wirkt in der zweiten übertrieben.

Weil die Eigenschaft vererbt wird und für alle Elemente gilt, lässt sich diese Anpassung sauber über die Sprache steuern, indem die Regel an die Pseudoklasse :lang() gebunden wird. Ein mehrsprachiges Dokument bekommt so pro Sprache seinen eigenen Wert, ohne dass die einzelnen Abschnitte Klassen brauchen.

Die vier Zahlenwerte der Stimme

stress gehört zu einer Gruppe von Eigenschaften, die den Klang einer Stimme über bloße Zahlen zwischen 0 und 100 beschreiben. pitch-range und richness haben denselben Wertebereich und denselben Ausgangswert 50, volume teilt den Bereich, hat aber zusätzlich Schlüsselwörter und einen festen Bezug an beiden Enden.

Alle diese Eigenschaften werden vererbt. Eine Erklärung am Wurzelelement legt damit eine Stimme für das ganze Dokument fest, und einzelne Elemente weichen davon ab. Das entspricht der Vorstellung, die das Kapitel von der auralen Ausgabe hatte: eine durchgehende Vorlesestimme, deren Merkmale sich an bestimmten Stellen verschieben, nicht eine Folge unabhängig eingestellter Bruchstücke.

Von dieser Gruppe hat allein die Betonung in der späteren Arbeit am Thema einen Nachfolger gefunden, unter dem Namen voice-stress. Der Tonumfang wurde in eine Eigenschaft für den Stimmumfang überführt, die Fülle des Klangs fiel ersatzlos weg.

Besonderheiten im Medientyp handheld

Diese Eigenschaft ist nicht Teil des Standards CSS Mobile Profile 1.0. Mobilgeräte, deren Browser diese Eigenschaft umsetzen, sind bisher nicht bekannt.

Weitere Charakteristika

Die Stylesheet-Schnellreferenz mit einer Zusammenfassung aller visuellen Eigenschaften kann auch als PDF-Datei herunter geladen werden.

Ausgangswert
50
Berechneter Wert
Spezifizierter Wert
Vererbung
Ja
Anwendbarkeit
Auf alle Elemente
%-Bezugswert
Nicht zutreffend
Mediengruppe(n)
Aural

Verwendete Standards

Dieser CSS-Referenz liegen folgende Spezifikationen zugrunde: CSS 1, CSS 2.1 CR und CSS Mobile.