CSS 2.1 · Eigenschaft
CSS-Eigenschaft speech-rate
Vollreferenz zu speech-rate aus CSS 1 und CSS 2.1 mit Syntax, Bedeutung, Beispiel und Browserunterstützung.
speech-rateAurale Eigenschaft aus CSS 2: kein Browser hat sie je umgesetzt; CSS 2.1 führt sie nur noch informativ, CSS Speech (Level 3) definiert Nachfolger.
Erläuterungen
Die Eigenschaft speech-rate definiert die Vorlesegeschwindigkeit bei auraler Ausgabe. Der hier deklarierte Wert wirkt sich auch auf die Länge der mit pause definierten Sprechpausen aus.
Hinweis:
Alle Auralen Eigenschaften werden in CSS 2.1 voraussichtlich nur noch als Anhang übernommen und sind nicht normativ.
Erlaubte Werte
Auszug aus der Spezifikation (die verwendete Syntax wird im Artikel CSS-Wertesyntax genauer erläutert):
'speech-rate' <number> | x-slow | slow | medium | fast | x-fast | faster | slower | inherit
Vergleichbar der Eigenschaft font-size sind absolute und relative Schlüsselworte möglich.
<number>- Spezifiziert die Sprechgeschwindigkeit in Worten per Minute. In Sprachen mit durchschnittlich kürzeren Wörtern ergibt derselbe Wert eine langsamer erscheinende Ausgabe.
x-slow- Entspricht 80 Worten per Minute.
slow- Entspricht 120 Worten per Minute.
medium(Ausgangswert)- Entspricht 180-200 Worten per Minute.
fast- Entspricht 300 Worten per Minute.
x-fast- Entspricht 500 Worten per Minute.
slower- Verringert die Sprechgeschwindigkeit um 40 Worte pro Minute.
faster- Erhöht die Sprechgeschwindigkeit um 40 Worte pro Minute.
inherit- Bestimmt explizit, dass diese Eigenschaft denselben berechneten Wert wie im Elternelement annimmt.
Code-Beispiel
P.these { speech-rate: slow; }
P.kleingedrucktes { speech-rate: x-fast; }
Browserunterstützung
- Die auralen Eigenschaften werden bis heute nur mangelhaft unterstützt, so dass sie für die Produktion noch nicht geeignet sind.
Wechselwirkungen
pause, pause-after, pause-before
Die Skala und ihre Abstände
Die Schlüsselwörter sind mit festen Werten hinterlegt: 80 Wörter je Minute bei x-slow, 120
bei slow, 180 bis 200 bei medium, 300 bei fast und 500 bei x-fast. Die
Abstände wachsen also von Stufe zu Stufe, statt gleich zu bleiben.
Das ist kein Zufall, sondern folgt der Wahrnehmung. Der Unterschied zwischen 80 und 120 Wörtern ist hörbar so groß wie der zwischen 300 und 500; wer schnell hört, braucht größere Sprünge, um überhaupt einen Unterschied zu bemerken. Eine gleichmäßig geteilte Skala hätte am oberen Ende lauter ununterscheidbare Stufen gehabt.
Auffällig ist, dass allein der Ausgangswert als Spanne angegeben ist. Für die vier anderen Stufen
nennt die Spezifikation eine Zahl, für medium einen Bereich. Damit bleibt dem Anwenderprogramm
gerade dort Spielraum, wo es ihn braucht: bei der Geschwindigkeit, mit der es ohne jede Vorgabe
spricht.
Warum die Einheit die Sprache verzerrt
Gemessen wird in Wörtern je Minute, und darin liegt eine Ungenauigkeit, auf die die Seite ausdrücklich hinweist. Ein Wort ist keine feste Menge Sprache. Sprachen mit kurzen Wörtern bringen bei gleicher Wortzahl weniger Silben unter, Sprachen mit langen Zusammensetzungen mehr.
Dasselbe speech-rate: 180 ergibt deshalb in verschiedenen Sprachen verschiedene
Sprechgeschwindigkeiten, gemessen an der Zeit, die eine Aussage tatsächlich braucht. Im Deutschen mit
seinen Komposita wirkt der Wert eher gehetzt, weil hinter jedem Wort mehr Silben stecken.
Wer ein mehrsprachiges Dokument auszeichnet, kann diesen Unterschied über die Pseudoklasse
:lang() ausgleichen und pro Sprache einen eigenen Wert setzen. Die Alternative ist, ganz auf
Zahlen zu verzichten und die Schlüsselwörter zu verwenden, deren Zuordnung das Anwenderprogramm für
seine Sprache selbst vornimmt.
Zwei Wirkungen und eine Falle
Die Eigenschaft ändert nicht nur das Tempo. Prozentwerte bei pause, pause-before und
pause-after rechnen sich aus derselben Zahl aus: aus der Sprechgeschwindigkeit folgt die Dauer
eines durchschnittlichen Wortes, und diese Dauer gilt als 100 %. Eine Änderung der Geschwindigkeit
verschiebt damit den ganzen Rhythmus mit, Sprechen und Schweigen im selben Verhältnis.
Die relativen Schlüsselwörter bergen dagegen eine Falle. faster und slower verändern
den geerbten Wert um jeweils 40 Wörter je Minute, und die Eigenschaft wird vererbt. In einer
verschachtelten Struktur, in der mehrere Ebenen dasselbe Schlüsselwort tragen, summieren sich diese
Schritte auf. Drei Ebenen mit faster ergeben 120 Wörter mehr als der Ausgangswert, ohne dass an
einer einzelnen Stelle ein auffälliger Wert stünde.
Wo eine bestimmte Geschwindigkeit gemeint ist, sind die absoluten Schlüsselwörter deshalb die sicherere Wahl. Die relativen eignen sich für einzelne, klar abgegrenzte Stellen, etwa einen Hinweis, der langsamer gesprochen werden soll als der Text um ihn herum.
Besonderheiten im Medientyp handheld
Diese Eigenschaft ist nicht Teil des Standards CSS Mobile Profile 1.0. Mobilgeräte, deren Browser diese Eigenschaft umsetzen, sind bisher nicht bekannt.
Weitere Charakteristika
Die Stylesheet-Schnellreferenz mit einer Zusammenfassung aller visuellen Eigenschaften kann auch als PDF-Datei herunter geladen werden.
- Ausgangswert
medium- Berechneter Wert
<number>- Vererbung
- Ja
- Anwendbarkeit
- Auf alle Elemente
- %-Bezugswert
- Nicht zutreffend
- Mediengruppe(n)
- Aural
Verwendete Standards
Dieser CSS-Referenz liegen folgende Spezifikationen zugrunde: CSS 1, CSS 2.1 CR und CSS Mobile.