CSS 2.1 · Eigenschaft
CSS-Eigenschaft pitch-range
Vollreferenz zu pitch-range aus CSS 1 und CSS 2.1 mit Syntax, Bedeutung, Beispiel und Browserunterstützung.
pitch-rangeAurale Eigenschaft aus CSS 2: kein Browser hat sie je umgesetzt; CSS 2.1 führt sie nur noch informativ, CSS Speech (Level 3) definiert Nachfolger.
Erläuterungen
Die menschliche Stimme hält sich beim Sprechen nicht nur an eine bestimmte Frequenz. Abhängig vom Gesagten wird oft durch Heben oder Senken der Tonlage eine besondere Bedeutung oder Betonung ausgedrückt. Deutliche Variationen in der Tonlage, z. B. bei Vorträgen, können das Interesse des Zuhörers steigern, während monoton vorgetragene Texte meistens als langweilig empfunden werden.
Die Eigenschaft pitch-range versucht, dem Rechnung zu tragen, indem sie Variationen der Stimmlage in die (durch voice-family und pitch künstlich erzeugte) Vorlesestimme einbringt.
Hinweis:
Alle Auralen Eigenschaften werden in CSS 2.1 voraussichtlich nur noch als Anhang übernommen und sind nicht normativ.
Erlaubte Werte
Auszug aus der Spezifikation (die verwendete Syntax wird im Artikel CSS-Wertesyntax genauer erläutert):
'pitch-range' <number> | inherit
<number>- Ein Wert zwischen
0und100. Eine normale Stimme entspricht etwa dem Wert50,0bedeutet eine flache, monotone Stimme,100macht den Eindruck einer künstlichen, animierten Stimme. inherit- Bestimmt explizit, dass diese Eigenschaft denselben berechneten Wert wie im Elternelement annimmt.
Code-Beispiel
P.blog { pitch-range: 80; }
P.rechtsbehelf { pitch-range: 15; }
Browserunterstützung
- Die auralen Eigenschaften werden bis heute nur mangelhaft unterstützt, so dass sie für die Produktion noch nicht geeignet sind.
Wechselwirkungen
Was der Zahlenwert beschreibt
Der Wert beschreibt nicht die Lage der Stimme, sondern ihre Beweglichkeit: wie weit sie beim Sprechen um ihre mittlere Frequenz schwankt. Bei 0 bleibt sie auf einer Höhe stehen, bei 50 bewegt sie sich, wie eine ruhig vorlesende Stimme es tut, bei 100 überzeichnet sie jede Wendung.
Die Grenzen des Bereichs sind dabei keine Ideale, sondern Warnungen. Eine Stimme ohne jede Bewegung klingt nicht sachlich, sondern maschinell, und der Hörer verliert schnell den Faden, weil ihm die Satzmelodie fehlt, an der er Anfang und Ende erkennt. Eine Stimme am oberen Ende klingt umgekehrt gespielt und ermüdet über längere Strecken ebenso.
Weil die Eigenschaft vererbt wird und für alle Elemente gilt, wird sie sinnvoll einmal am Wurzelelement gesetzt und danach nur noch an den Stellen verschoben, die sich vom übrigen Text abheben sollen.
Monotonie ist nicht immer ein Fehler
Das Code-Beispiel dieser Seite setzt zwei Werte weit auseinander, 80 für einen erzählenden Text und 15 für eine Rechtsbehelfsbelehrung, und das ist keine Wertung über die Texte, sondern über die Art zu hören.
Wo Sprache erzählt, trägt die Melodie einen Teil der Bedeutung: sie zeigt, was Nebensatz ist, wo eine Frage steht und was hervorgehoben gehört. Ein hoher Wert unterstützt das. Wo Sprache dagegen aus festen Formeln besteht, die genau gehört werden müssen, lenkt jede Melodie ab. Bei Zahlenreihen, Fristen und Bedingungen zählt jedes einzelne Wort gleich viel, und eine gleichmäßige Stimme lässt dem Hörer die Aufmerksamkeit für den Inhalt.
Dieselbe Überlegung gilt für Tabellen und Aufzählungen. Eine gleichmäßige Stimme macht die Struktur hörbar, weil die Gliederung dann allein aus den Pausen kommt und nicht mit der Satzmelodie um die Aufmerksamkeit konkurriert.
Mittelwert, Umfang, Spitzen
Drei Eigenschaften teilen sich die Beschreibung der Tonhöhe. pitch legt den Mittelwert fest,
pitch-range die Breite der Schwankung um diesen Mittelwert, stress die Stärke einzelner
Hervorhebungen innerhalb dieser Breite. Die Reihenfolge ist auch eine Reihenfolge der Reichweite: vom
Grundton über den Verlauf bis zur einzelnen Silbe.
Alle drei werden vererbt, und zwei von ihnen tragen den Ausgangswert 50. Wer nur einen der Werte verschiebt, verändert damit das Verhältnis zu den anderen. Ein hoher Umfang bei unveränderter Betonung ergibt eine bewegte, aber unbestimmte Stimme; eine hohe Betonung bei niedrigem Umfang ergibt eine knappe Stimme mit deutlichen Akzenten.
Im späteren Sprachmodul entspricht dieser Eigenschaft eine Angabe für den Stimmumfang, die sich zusätzlich relativ zum geerbten Wert ausdrücken lässt. Der Gedanke, Lage und Umfang getrennt anzusprechen, ist damit erhalten geblieben.
Besonderheiten im Medientyp handheld
Diese Eigenschaft ist nicht Teil des Standards CSS Mobile Profile 1.0. Mobilgeräte, deren Browser diese Eigenschaft umsetzen, sind bisher nicht bekannt.
Weitere Charakteristika
Die Stylesheet-Schnellreferenz mit einer Zusammenfassung aller visuellen Eigenschaften kann auch als PDF-Datei herunter geladen werden.
- Ausgangswert
50- Berechneter Wert
- Spezifizierter Wert
- Vererbung
- Ja
- Anwendbarkeit
- Auf alle Elemente
- %-Bezugswert
- Nicht zutreffend
- Mediengruppe(n)
- Aural
Verwendete Standards
Dieser CSS-Referenz liegen folgende Spezifikationen zugrunde: CSS 1, CSS 2.1 CR und CSS Mobile.