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CSS 2.1 · Eigenschaft

CSS-Eigenschaft pitch-range

Vollreferenz zu pitch-range aus CSS 1 und CSS 2.1 mit Syntax, Bedeutung, Beispiel und Browserunterstützung.

Erstveröffentlichung Lesezeit 3 min
stylesheet.css · pitch-range

Aurale Eigenschaft aus CSS 2: kein Browser hat sie je umgesetzt; CSS 2.1 führt sie nur noch informativ, CSS Speech (Level 3) definiert Nachfolger.

Erläuterungen

Die menschliche Stimme hält sich beim Sprechen nicht nur an eine bestimmte Frequenz. Abhängig vom Gesagten wird oft durch Heben oder Senken der Tonlage eine besondere Bedeutung oder Betonung ausgedrückt. Deutliche Variationen in der Tonlage, z. B. bei Vorträgen, können das Interesse des Zuhörers steigern, während monoton vorgetragene Texte meistens als langweilig empfunden werden.

Die Eigenschaft pitch-range versucht, dem Rechnung zu tragen, indem sie Variationen der Stimmlage in die (durch voice-family und pitch künstlich erzeugte) Vorlesestimme einbringt.

Hinweis:
Alle Auralen Eigenschaften werden in CSS 2.1 voraussichtlich nur noch als Anhang übernommen und sind nicht normativ.

Erlaubte Werte

Auszug aus der Spezifikation (die verwendete Syntax wird im Artikel CSS-Wertesyntax genauer erläutert):

'pitch-range'
<number> | inherit
<number>
Ein Wert zwischen 0 und 100. Eine normale Stimme entspricht etwa dem Wert 50, 0 bedeutet eine flache, monotone Stimme, 100 macht den Eindruck einer künstlichen, animierten Stimme.
inherit
Bestimmt explizit, dass diese Eigenschaft denselben berechneten Wert wie im Elternelement annimmt.

Code-Beispiel

P.blog { pitch-range: 80; }
P.rechtsbehelf { pitch-range: 15; }

Browserunterstützung

 
Die auralen Eigenschaften werden bis heute nur mangelhaft unterstützt, so dass sie für die Produktion noch nicht geeignet sind.

Wechselwirkungen

pitch, stress, voice-family

Was der Zahlenwert beschreibt

Der Wert beschreibt nicht die Lage der Stimme, sondern ihre Beweglichkeit: wie weit sie beim Sprechen um ihre mittlere Frequenz schwankt. Bei 0 bleibt sie auf einer Höhe stehen, bei 50 bewegt sie sich, wie eine ruhig vorlesende Stimme es tut, bei 100 überzeichnet sie jede Wendung.

Die Grenzen des Bereichs sind dabei keine Ideale, sondern Warnungen. Eine Stimme ohne jede Bewegung klingt nicht sachlich, sondern maschinell, und der Hörer verliert schnell den Faden, weil ihm die Satzmelodie fehlt, an der er Anfang und Ende erkennt. Eine Stimme am oberen Ende klingt umgekehrt gespielt und ermüdet über längere Strecken ebenso.

Weil die Eigenschaft vererbt wird und für alle Elemente gilt, wird sie sinnvoll einmal am Wurzelelement gesetzt und danach nur noch an den Stellen verschoben, die sich vom übrigen Text abheben sollen.

Monotonie ist nicht immer ein Fehler

Das Code-Beispiel dieser Seite setzt zwei Werte weit auseinander, 80 für einen erzählenden Text und 15 für eine Rechtsbehelfsbelehrung, und das ist keine Wertung über die Texte, sondern über die Art zu hören.

Wo Sprache erzählt, trägt die Melodie einen Teil der Bedeutung: sie zeigt, was Nebensatz ist, wo eine Frage steht und was hervorgehoben gehört. Ein hoher Wert unterstützt das. Wo Sprache dagegen aus festen Formeln besteht, die genau gehört werden müssen, lenkt jede Melodie ab. Bei Zahlenreihen, Fristen und Bedingungen zählt jedes einzelne Wort gleich viel, und eine gleichmäßige Stimme lässt dem Hörer die Aufmerksamkeit für den Inhalt.

Dieselbe Überlegung gilt für Tabellen und Aufzählungen. Eine gleichmäßige Stimme macht die Struktur hörbar, weil die Gliederung dann allein aus den Pausen kommt und nicht mit der Satzmelodie um die Aufmerksamkeit konkurriert.

Mittelwert, Umfang, Spitzen

Drei Eigenschaften teilen sich die Beschreibung der Tonhöhe. pitch legt den Mittelwert fest, pitch-range die Breite der Schwankung um diesen Mittelwert, stress die Stärke einzelner Hervorhebungen innerhalb dieser Breite. Die Reihenfolge ist auch eine Reihenfolge der Reichweite: vom Grundton über den Verlauf bis zur einzelnen Silbe.

Alle drei werden vererbt, und zwei von ihnen tragen den Ausgangswert 50. Wer nur einen der Werte verschiebt, verändert damit das Verhältnis zu den anderen. Ein hoher Umfang bei unveränderter Betonung ergibt eine bewegte, aber unbestimmte Stimme; eine hohe Betonung bei niedrigem Umfang ergibt eine knappe Stimme mit deutlichen Akzenten.

Im späteren Sprachmodul entspricht dieser Eigenschaft eine Angabe für den Stimmumfang, die sich zusätzlich relativ zum geerbten Wert ausdrücken lässt. Der Gedanke, Lage und Umfang getrennt anzusprechen, ist damit erhalten geblieben.

Besonderheiten im Medientyp handheld

Diese Eigenschaft ist nicht Teil des Standards CSS Mobile Profile 1.0. Mobilgeräte, deren Browser diese Eigenschaft umsetzen, sind bisher nicht bekannt.

Weitere Charakteristika

Die Stylesheet-Schnellreferenz mit einer Zusammenfassung aller visuellen Eigenschaften kann auch als PDF-Datei herunter geladen werden.

Ausgangswert
50
Berechneter Wert
Spezifizierter Wert
Vererbung
Ja
Anwendbarkeit
Auf alle Elemente
%-Bezugswert
Nicht zutreffend
Mediengruppe(n)
Aural

Verwendete Standards

Dieser CSS-Referenz liegen folgende Spezifikationen zugrunde: CSS 1, CSS 2.1 CR und CSS Mobile.