CSS 2.1 · Eigenschaft
CSS-Eigenschaft richness
Vollreferenz zu richness aus CSS 1 und CSS 2.1 mit Syntax, Bedeutung, Beispiel und Browserunterstützung.
richnessAurale Eigenschaft aus CSS 2: kein Browser hat sie je umgesetzt; CSS 2.1 führt sie nur noch informativ, CSS Speech (Level 3) definiert Nachfolger.
Erläuterungen
Diese Eigenschaft beschreibt, wie satt oder voll der Klang einer gesprochenen Stimme ist. Man kann sich das vergleichsweise so vorstellen, dass eine rauhe, harsche Stimme sich in einem gefüllten Saal leichter durchsetzen kann als eine weiche Stimme.
Hinweis:
Alle Auralen Eigenschaften werden in CSS 2.1 voraussichtlich nur noch als Anhang übernommen und sind nicht normativ.
Erlaubte Werte
Auszug aus der Spezifikation (die verwendete Syntax wird im Artikel CSS-Wertesyntax genauer erläutert):
'richness' <number> | inherit
<number>- Ein Wert von 0 bis 100. Je höher der Wert, desto weiter trägt die Stimme, niedrige Werte bezeichnen eine weiche, einschmeichelde Stimme. Wie beim numerischen Wert der Eigenschaft
stress, machen auch hier kleinere Werte einen mehr eintönigen Eindruck. inherit- Bestimmt explizit, dass diese Eigenschaft denselben berechneten Wert wie im Elternelement annimmt.
Code-Beispiel
P.theboss { richness: 100; }
P.je-taime-mais-non-plus { richness: 0; }
Browserunterstützung
- Die auralen Eigenschaften werden bis heute nur mangelhaft unterstützt, so dass sie für die Produktion noch nicht geeignet sind.
Hinweis:
Eine Zusammenfassung der Unterstützung aller Eigenschaften und Selektoren aus CSS 2.1 finden Sie in den Browser Support Tables dieser Website. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass in der Praxis das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Elementen und Selektoren einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Fähigkeiten der Browser haben kann.
Wechselwirkungen
Fülle ist nicht Lautstärke
volume und richness verändern beide, wie kräftig eine Stimme wirkt, aber auf
verschiedenen Wegen. Die Lautstärke ändert den Pegel: dieselbe Stimme wird lauter oder leiser. Die
Fülle ändert die Klangfarbe: die Stimme bekommt mehr Obertöne und damit mehr Durchsetzungskraft, ohne
dass der Pegel steigt.
Das Bild der Seite vom gefüllten Saal beschreibt genau diesen Unterschied. Eine helle, obertonreiche Stimme bleibt in einer Umgebung mit Nebengeräuschen verständlich, während eine weiche Stimme darin untergeht, auch wenn beide gleich laut sind. Wer den Pegel erhöht, macht eine weiche Stimme nur lauter, nicht deutlicher.
Für die aurale Ausgabe war das ein praktischer Gedanke. Ein Dokument wird selten in Stille gehört; ein Wert, der die Verständlichkeit unter ungünstigen Bedingungen verbessert, ohne die Nachbarn zu stören, ist nützlicher als eine höhere Lautstärke.
Ein Wert ohne Maßstab
Die Skala von 0 bis 100 hat keinen Bezugspunkt. Anders als bei der Lautstärke, deren Enden ausdrücklich an die Einstellungen des Hörers gebunden sind, und anders als bei der Tonhöhe, die sich in Hertz ausdrücken lässt, benennt diese Eigenschaft keine messbare Größe. Sie gibt dem Synthesizer einen Hinweis, und wie er ihn umsetzt, bleibt ihm überlassen.
Zwei Systeme können denselben Wert deshalb hörbar verschieden umsetzen, und ein Stylesheet, das den Wert genau abstimmt, verliert diese Abstimmung beim Wechsel der Stimme. Die Spezifikation räumt das indirekt ein, indem sie nur die Richtung beschreibt: höhere Werte tragen weiter, niedrige klingen weich.
Die Seite selbst gibt einen Hinweis auf die Verwandtschaft mit stress: bei beiden wirken
kleine Werte eintönig. Beide beschreiben, wie viel Ausdruck in der Stimme steckt, die eine über die
Klangfarbe, die andere über die Hervorhebung, und beide teilen den Wertebereich und den
Ausgangswert 50.
Ohne Nachfolger geblieben
Von den Eigenschaften, die den Klang der Stimme mit Zahlen beschreiben, ist diese die einzige, für die es in der späteren Arbeit am Thema keine Entsprechung mehr gibt. Lautstärke, Lage, Umfang und Betonung sind unter neuen Namen wiederaufgetaucht; die Fülle nicht.
Der Grund liegt in der Entwicklung der Sprachsynthese. Als das Kapitel entstand, wurde eine Stimme aus Bausteinen zusammengesetzt und ließ sich in einzelnen Kenngrößen nachstellen. Heutige Verfahren gehen von aufgenommenen oder gelernten Stimmen aus; deren Klangfarbe ist Teil der Stimme selbst und wird durch die Auswahl bestimmt, nicht durch einen nachträglichen Regler.
Damit hat sich die Zuständigkeit verschoben. Was diese Eigenschaft einstellen wollte, entscheidet heute die Wahl der Stimme, und diese Wahl trifft der Hörer in den Einstellungen seines Geräts, nicht das Dokument.
Besonderheiten im Medientyp handheld
Diese Eigenschaft ist nicht Teil des Standards CSS Mobile Profile 1.0. Mobilgeräte, deren Browser diese Eigenschaft umsetzen, sind bisher nicht bekannt.
Weitere Charakteristika
Die Stylesheet-Schnellreferenz mit einer Zusammenfassung aller visuellen Eigenschaften kann auch als PDF-Datei herunter geladen werden.
- Ausgangswert
50- Berechneter Wert
- Spezifizierter Wert
- Vererbung
- Ja
- Anwendbarkeit
- Auf alle Elemente
- %-Bezugswert
- Nicht zutreffend
- Mediengruppe(n)
- Aural
Verwendete Standards
Dieser CSS-Referenz liegen folgende Spezifikationen zugrunde: CSS 1, CSS 2.1 CR und CSS Mobile.