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CSS 2.1 · Eigenschaft

CSS-Eigenschaft orphans

Vollreferenz zu orphans: erlaubte Werte, Ausgangswert, Vererbung, Beispiel – und ein Regler, der zeigt, was die Eigenschaft tut.

Erstveröffentlichung Lesezeit 4 min
stylesheet.css · orphans
.probe {
  orphans: 3;
}
Seite 1

Ein Absatz Fließtext, der beim Drucken umbrechen könnte.

Element mit orphans

Beim Drucken (Strg+P) zeigt der Browser, was die Eigenschaft bewirkt; am Bildschirm hat sie keine Wirkung.

berechneter Wertorphans: 3
Box-Breite–
Box-Höhe–

Erläuterungen

Im Drucksatz kann es gelegentlich passieren, dass der Seitenumbruch direkt nach der ersten Zeile eines Absatzes erfolgt, sodass am Fuß der Seite eine einzelne Zeile stehen bleibt. Die Eigenschaft orphans dient der Vermeidung dieser im Druckereiwesen sogenannten Schusterjungen.

Erlaubte Werte

Auszug aus der Spezifikation (die verwendete Syntax wird im Artikel CSS-Wertesyntax genauer erläutert):

'orphans'
<integer> | inherit
<integer>
Legt fest, wie viele Zeilen eines Absatzes mindestens am Fuß einer Seite stehen müssen, bevor der Umbruch erfolgen darf.
inherit
Bestimmt explizit, dass diese Eigenschaft denselben berechneten Wert wie im Elternelement annimmt.

Code-Beispiel

@page { orphans: 3; }

Browserunterstützung

 
Die Unterstützung der Eigenschaften zur Drucksteuerung ist zur Zeit noch zu lückenhaft für die Produktion, sodass sich eine detaillierte Erläuterung noch nicht lohnt. Es sind aber andererseits auch keine negativen Auswirkungen dieser Eigenschaften bekannt.

Wechselwirkungen

widows,
page-break-after, page-break-before, page-break-inside

Der Schusterjunge und sein Gegenstück

Der Setzerberuf kennt zwei Fehler am Seitenrand, und sie sind leicht zu verwechseln. Ein Schusterjunge ist die erste Zeile eines Absatzes, die allein am Fuß einer Seite stehen bleibt, während der Rest des Absatzes auf der nächsten Seite steht. Ein Hurenkind ist die letzte Zeile, die allein auf die nächste Seite rutscht.

Beide stören aus demselben Grund und auf verschiedene Weise. Die einzelne Anfangszeile verspricht einen Absatz, der nicht kommt; die einzelne Schlusszeile erscheint ohne den Zusammenhang, zu dem sie gehört. Der Schusterjunge gilt als der leichtere Fehler, weil der Leser beim Umblättern sofort weiterliest, das Hurenkind als der schwerere.

orphans ist gegen den Schusterjungen gerichtet und arbeitet deshalb am Fuß der Seite: es gibt an, wie viele Zeilen dort mindestens stehen müssen. Für das obere Ende ist widows zuständig. Beide zusammen umklammern den Umbruch, jede von einer Seite.

Was die Zahl im Satzspiegel bewirkt

Der Ausgangswert ist 2, und das ist bereits eine Entscheidung: eine einzelne Zeile am Seitenfuß ist damit von vornherein ausgeschlossen. Ein Wert von 3 verlangt drei Zeilen, und wenn nur zwei hineinpassen, wandert der ganze Absatzanfang auf die nächste Seite. Die Regel verhindert also nichts, sie verschiebt.

Daraus folgt die praktische Grenze. Jede zusätzliche Zeile, die unten stehen bleiben muss, kann im ungünstigen Fall dazu führen, dass mehrere Zeilen leer bleiben. Hohe Werte erzeugen deshalb Seiten mit auffällig unterschiedlichem Fußsteg.

Eine zweite Grenze ergibt sich aus dem Zusammenspiel mit widows. Ein Absatz lässt sich nur dann überhaupt umbrechen, wenn er genug Zeilen hat, um beide Bedingungen zu erfüllen: unten mindestens so viele wie hier verlangt, oben mindestens so viele wie dort. Ein Absatz mit vier Zeilen und den Werten 3 und 3 kann nicht geteilt werden und wandert als Ganzes.

Ein weiterer Grund für Zurückhaltung liegt in der Zeilenzahl selbst. Wie viele Zeilen ein Absatz hat, hängt von der Spaltenbreite und der Schriftgröße ab, und beides steht beim Schreiben des Stylesheets nicht fest. Ein Wert, der bei einer Spalte gut aussieht, kann bei einer schmaleren Spalte dazu führen, dass fast jeder Absatz als Ganzes wandert.

Vom Seitenumbruch zur Fragmentierung

Die Eigenschaft wird vererbt, und das ist bei einer Zeilenregel sinnvoll: sie wird einmal für das Dokument gesetzt und gilt für jeden Absatz darin. Angewandt wird sie auf Blockcontainer, also auf die Elemente, die Zeilen erzeugen, nicht auf einzelne Zeilen.

Der Rahmen um diese Eigenschaft hat sich seit CSS 2.1 erweitert. Was damals nur den Seitenumbruch beim Drucken betraf, gilt heute allgemein für das Zerteilen von Inhalt: neben Druckseiten auch Spalten im Mehrspaltensatz. Die Zeilenregeln wurden dafür nicht umbenannt, sie haben nur zusätzliche Orte bekommen, an denen sie greifen.

Damit ist auch der Hinweis zur Browserunterstützung auf dieser Seite überholt. Die Regeln für den Umgang mit Restzeilen gehören heute zum umgesetzten Bestand, während die aufwendigeren Teile des Seitenmodells weiterhin den eigens dafür gebauten Satzprogrammen vorbehalten sind.

Besonderheiten im Medientyp handheld

Diese Eigenschaft ist nicht Teil des Standards CSS Mobile Profile 1.0. Mobilgeräte, deren Browser diese Eigenschaft umsetzen, sind bisher nicht bekannt.

Weitere Charakteristika

Die Stylesheet-Schnellreferenz mit einer Zusammenfassung aller visuellen Eigenschaften kann auch als PDF-Datei herunter geladen werden.

Ausgangswert
2
Berechneter Wert
Spezifizierter Wert
Vererbung
Ja
Anwendbarkeit
Auf Block- Elemente
%-Bezugswert
Nicht zutreffend
Mediengruppe(n)
Visual, Seiten

Verwendete Standards

Dieser CSS-Referenz liegen folgende Spezifikationen zugrunde: CSS 1, CSS 2.1 CR und CSS Mobile.