CSS 2.1 · Eigenschaft
CSS-Eigenschaft speak-punctuation
Vollreferenz zu speak-punctuation aus CSS 1 und CSS 2.1 mit Syntax, Bedeutung, Beispiel und Browserunterstützung.
speak-punctuationAurale Eigenschaft aus CSS 2: kein Browser hat sie je umgesetzt; CSS 2.1 führt sie nur noch informativ, CSS Speech (Level 3) definiert Nachfolger.
Erläuterungen
Die Eigenschaft speak-punktuation definiert, wie Interpunktionszeichen beim Vorlesen ausgesprochen werden. Sie bildet zusammen mit den Eigenschaften speak, speak-header und speak-numeral die Gruppe der Spracheigenschaften.
Hinweis:
Alle Auralen Eigenschaften werden in CSS 2.1 voraussichtlich nur noch als Anhang übernommen und sind nicht normativ.
Erlaubte Werte
Auszug aus der Spezifikation (die verwendete Syntax wird im Artikel CSS-Wertesyntax genauer erläutert):
'speak-punctuation' code | none | inherit
code- Satzzeichen werden ausgesprochen, so wie sie auftreten.
none(Ausgangswert)- Satzzeichen werden nicht gesprochen, sondern durch unterschiedlich lange Pausen repräsentiert.
inherit- Bestimmt explizit, dass diese Eigenschaft denselben berechneten Wert wie im Elternelement annimmt.
Code-Beispiel
DIV.diktat { speak-punctuation: code; }
Browserunterstützung
- Die auralen Eigenschaften werden bis heute nur mangelhaft unterstützt, so dass sie für die Produktion noch nicht geeignet sind.
Wechselwirkungen
speak, speak-header, speak-numeral.
Was der Wert code hörbar macht
Mit code spricht das Anwenderprogramm die Satzzeichen als Wörter aus. Aus einem Satz wird
dann eine Folge, in der nach jedem Teilsatz „Komma“ und am Ende „Punkt“ fällt. Für laufenden Text ist
das nach wenigen Zeilen unerträglich, für andere Zwecke ist es genau richtig.
Drei Fälle kommen ohne diese Ansage nicht aus. Beim Diktat muss der Hörer die Zeichen mitschreiben können, also müssen sie benannt werden. Beim Korrekturlesen entscheidet oft gerade das Komma über die Lesart eines Satzes, und wer nur die Pause hört, kann ein fehlendes von einem gesetzten Zeichen nicht unterscheiden. Und in einem abgedruckten Stück Quelltext trägt jedes Semikolon, jede Klammer und jeder Punkt Bedeutung; hier wäre eine Pause ein Informationsverlust.
Genau für diese Abgrenzung ist die Eigenschaft gedacht. Sie wird nicht auf das ganze Dokument gesetzt, sondern auf die Elemente, in denen Zeichen zählen, während der übrige Text beim Ausgangswert bleibt.
Warum none nicht Stille bedeutet
Der Ausgangswert none bedeutet nicht, dass die Satzzeichen verschwinden. Die Spezifikation
sagt, dass sie stattdessen durch unterschiedlich lange Pausen wiedergegeben werden. Die Gliederung des
Satzes bleibt also erhalten, nur ihr Name fällt weg: ein Komma wird zu einer kurzen, ein Punkt zu einer
längeren Stille.
Daraus folgt, dass in einer auralen Ausgabe zwei Rhythmen übereinanderliegen. Der eine kommt aus dem
Text und wird von den Satzzeichen bestimmt, der andere aus dem Dokumentbaum und wird von
pause-before und pause-after an den Elementgrenzen bestimmt. Beide sind unabhängig
voneinander einstellbar, und beide zusammen ergeben erst den Vortrag. Wer die Pausen an den
Elementgrenzen großzügig setzt, sollte deshalb bedenken, dass am Ende eines Absatzes ohnehin schon die
Pause des Schlusspunkts steht.
Mit code kehrt sich dieses Verhältnis um. Die Zeichen werden gesprochen und beanspruchen
Zeit, die Pausen dafür entfallen. Ein Text mit vielen kurzen Sätzen wird dadurch nicht nur länger,
sondern verliert auch seine hörbare Gliederung, weil an die Stelle der Stille ein weiteres Wort tritt.
Vererbung, Sprache und Reichweite
Die Eigenschaft wird vererbt und gilt für alle Elemente. Eine Deklaration an einem Container
erreicht damit jeden Text darin, was die beabsichtigte Anwendung erleichtert: ein Codeblock oder ein
Diktatabschnitt bekommt code, alles andere bleibt unberührt. Umgekehrt wäre eine Deklaration am
Wurzelelement eine Entscheidung über das gesamte Dokument.
Wie die Zeichen heißen, bestimmt nicht diese Eigenschaft, sondern die Sprache des Elements. Ein
Punkt heißt im Deutschen anders als im Englischen, und Anführungszeichen unterscheiden sich nicht nur
im Namen, sondern auch in der Form. Die Eigenschaft schaltet also nur den Modus; die Aussprache selbst
kommt aus der Sprachzuordnung, die sich mit der Pseudoklasse :lang() ansprechen lässt.
Von den vier Spracheigenschaften aus CSS 2 hat keine ihren Namen behalten. Das spätere Sprachmodul fasst ihre Aufgaben in einer einzigen Eigenschaft zusammen, die den Ausgabemodus für einen Textlauf beschreibt, statt für jede Zeichenklasse eine eigene Eigenschaft vorzusehen. Der Gedanke ist derselbe geblieben, die Aufteilung nicht.
Besonderheiten im Medientyp handheld
Diese Eigenschaft ist nicht Teil des Standards CSS Mobile Profile 1.0. Mobilgeräte, deren Browser diese Eigenschaft umsetzen, sind bisher nicht bekannt.
Weitere Charakteristika
Die Stylesheet-Schnellreferenz mit einer Zusammenfassung aller visuellen Eigenschaften kann auch als PDF-Datei herunter geladen werden.
- Ausgangswert
none- Berechneter Wert
- Spezifizierter Wert
- Vererbung
- Ja
- Anwendbarkeit
- Auf alle Elemente
- %-Bezugswert
- Nicht zutreffend
- Mediengruppe(n)
- Aural
Verwendete Standards
Dieser CSS-Referenz liegen folgende Spezifikationen zugrunde: CSS 1, CSS 2.1 CR und CSS Mobile.