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CSS 2.1 · Eigenschaft

CSS-Eigenschaft speak-numeral

Vollreferenz zu speak-numeral aus CSS 1 und CSS 2.1 mit Syntax, Bedeutung, Beispiel und Browserunterstützung.

Erstveröffentlichung Lesezeit 3 min
stylesheet.css · speak-numeral

Aurale Eigenschaft aus CSS 2: kein Browser hat sie je umgesetzt; CSS 2.1 führt sie nur noch informativ, CSS Speech (Level 3) definiert Nachfolger.

Erläuterungen

Die Eigenschaft speak-numeral definiert, ob Zahlenwerte als einzelne Ziffern oder als ein Wort ausgesprochen werden. Sie bildet zusammen mit den Eigenschaften speak, speak-header und speak-punctuation die Gruppe der Spracheigenschaften.

Hinweis:
Alle Auralen Eigenschaften werden in CSS 2.1 voraussichtlich nur noch als Anhang übernommen und sind nicht normativ.

Erlaubte Werte

Auszug aus der Spezifikation (die verwendete Syntax wird im Artikel CSS-Wertesyntax genauer erläutert):

'speak-numeral'
digits | continuous | inherit
digits
Zerlegt Zahlenwerte beim Vorlesen in einzelne Ziffern: '738' würde als 'sieben-drei-acht' vorgelesen.
continuous (Ausgangswert)
Liest Zahlenwerte so vor, wie man sie üblicherweise auch ausspricht: '738' würde als 'siebenhundertachtunddreißig' vorgelesen. Die Repräsentation der Zahlenworte hängt von der gesetzten Sprache ab, so wird z. B. im Deutschen die Einerstelle vor der Zehnerstelle gesprochen.
inherit
Bestimmt explizit, dass diese Eigenschaft denselben berechneten Wert wie im Elternelement annimmt.

Code-Beispiel

P.autonummer { speak-numeral: digits; }
P.jahrgang { speak-header: continuous; }

Browserunterstützung

 
Die auralen Eigenschaften werden bis heute nur mangelhaft unterstützt, so dass sie für die Produktion noch nicht geeignet sind.

Wechselwirkungen

:lang(),
speak, speak-header, speak-punctuation.

Wann Ziffern und wann Zahlen richtig sind

Die Wahl zwischen den beiden Werten ist keine Geschmacksfrage, sondern hängt daran, ob die Ziffernfolge eine Menge bezeichnet oder eine Kennung ist. Eine Menge wird als Zahl gesprochen, eine Kennung als Folge von Ziffern.

Nach Ziffern verlangen Telefonnummern, Bestellnummern, Zimmernummern, Kontonummern und Postleitzahlen. Niemand liest eine Telefonnummer als Zahl vor, und wer sie als Zahl hört, kann sie nicht mitschreiben. Nach der Zahlform verlangen Preise, Stückzahlen, Maße und Jahresangaben: „siebenhundertachtunddreißig Euro“ ist verständlich, „sieben-drei-acht Euro“ nicht.

Weil beides auf derselben Seite vorkommt, ist die Eigenschaft für die Anwendung an einzelnen Elementen gedacht und nicht für das Dokument als Ganzes. Eine Tabelle mit Bestellnummern bekommt digits, die Spalte mit den Beträgen bleibt beim Ausgangswert continuous.

Die Sprache spricht mit

Die Eigenschaft wählt nur den Modus. Wie eine Zahl dann tatsächlich klingt, bestimmt die Sprache des Elements. Im Deutschen steht die Einerstelle vor der Zehnerstelle, also „achtunddreißig“, im Englischen umgekehrt. Eine Jahreszahl wird im Deutschen als „neunzehnhundert“ eingeleitet, im Englischen paarweise gesprochen. Ein Stylesheet, das continuous setzt, verlässt sich also darauf, dass die Sprachzuordnung des Dokuments stimmt.

Bei digits fällt dieser Unterschied weitgehend weg, weil nur einzelne Ziffernnamen gesprochen werden. Genau das macht den Wert für Kennungen zusätzlich attraktiv: er ist über Sprachgrenzen hinweg stabiler als die Zahlform.

Im Code-Beispiel oben steht in der zweiten Zeile speak-header; gemeint ist an dieser Stelle speak-numeral. Der Wert continuous gehört zu dieser Eigenschaft, speak-header kennt nur once und always.

Zwei Werte für viele Fälle

Die Zweiteilung ist grob. Sie unterscheidet Ziffernfolge von Zahl und sonst nichts. Für Dezimalzahlen, Ordnungszahlen, römische Zahlzeichen, Datumsangaben, Uhrzeiten und Brüche gibt es keine eigene Regel, obwohl jede davon eine eigene Aussprache hat. Ein Datum wie 3.10.1990 fällt in keine der beiden Kategorien sauber hinein.

Der Grund liegt in der Arbeitsteilung, die CSS 2 vorsah: das Stylesheet sollte einen Hinweis geben, die eigentliche Umsetzung lag beim Sprachsynthesizer, der die Regeln seiner Sprache ohnehin mitbringt. Ein feiner gegliedertes Vokabular hätte vorausgesetzt, dass jeder Synthesizer dieselben Kategorien kennt.

Das spätere Sprachmodul hat diesen Weg fortgesetzt und die vier Spracheigenschaften aus CSS 2 in einer einzigen zusammengefasst, deren Werte den Ausgabemodus benennen, darunter auch das ziffernweise Vorlesen. Damit ist die Unterscheidung dieser Seite erhalten geblieben, nur nicht mehr als eigene Eigenschaft.

Für den Autor bleibt damit eine einfache Faustregel. Wo eine Ziffernfolge vorgelesen und mitgeschrieben werden soll, gehört digits an das Element, in dem sie steht. In allen anderen Fällen ist der Ausgangswert richtig, weil der Synthesizer die Zahlwörter seiner Sprache besser kennt als jede Regel im Stylesheet.

Besonderheiten im Medientyp handheld

Diese Eigenschaft ist nicht Teil des Standards CSS Mobile Profile 1.0. Mobilgeräte, deren Browser diese Eigenschaft umsetzen, sind bisher nicht bekannt.

Weitere Charakteristika

Die Stylesheet-Schnellreferenz mit einer Zusammenfassung aller visuellen Eigenschaften kann auch als PDF-Datei herunter geladen werden.

Ausgangswert
continuous
Berechneter Wert
Spezifizierter Wert
Vererbung
Ja
Anwendbarkeit
Auf alle Elemente
%-Bezugswert
Nicht zutreffend
Mediengruppe(n)
Aural

Verwendete Standards

Dieser CSS-Referenz liegen folgende Spezifikationen zugrunde: CSS 1, CSS 2.1 CR und CSS Mobile.