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CSS 2.1 · Eigenschaft

CSS-Eigenschaft font-variant

Vollreferenz zu font-variant: erlaubte Werte, Ausgangswert, Vererbung, Beispiel – und ein Regler, der zeigt, was die Eigenschaft tut.

Erstveröffentlichung Lesezeit 4 min
stylesheet.css · font-variant
.probe {
  font-variant: small-caps;
}

Der Webautor schreibt einen Absatz, der Browser setzt ihn nach den Regeln des Stylesheets. Groß- und Kleinschreibung, Abstand, Farbe und Schnitt hängen an genau einer Eigenschaft.

berechneter Wertfont-variant: small-caps
Box-Breite–
Box-Höhe–
Echte und simulierte
Kapitälchen:
links: Kapitalie,
Mitte: reduzierte Kapitalie,
rechts: Kapitälchen.
Verwendete Schrift:
Engravers' Roman BT, 64px

Erläuterungen

Die Eigenschaft font-variant ist ein Teil der Kurzschrift- Eigenschaft font. Sie macht es möglich, Kleinbuchstaben als Kapitälchen darzustellen. Dies funktioniert auch mit Fonts, die nur Versalien (Großbuchstaben) definiert haben.

Eine echte Kapitälchen-Schriftart besteht nicht einfach nur aus verkleinerten Kapitalien. Wenn Kapitälchen auch den echten Großbuchstaben sehr ähnlich sehen, so sind sie doch insgesamt anders geformt. Die senkrechten Linien sind etwas breiter, die Serifen ebenso wie die Zeichenbreite sind ein wenig größer und auch die Bögen verlaufen etwas anders als bei reduzierten Kapitalien. Dies ist im Bild rechts gut zu erkennen. Wer es selbst ausprobieren möchte, findet die verwendete Schriftart hier.

Erlaubte Werte

Auszug aus der Spezifikation (die verwendete Syntax wird im Artikel CSS-Wertesyntax genauer erläutert):

'font-variant'
normal | small-caps | inherit
normal (Ausgangswert)
Kleinbuchstaben werden wie codiert dargestellt.
small-caps
Kleinbuchstaben werden als Kapitälchen ausgegeben. Die Ersetzung von Klein- als Großbuchstaben erfolgt in drei Stufen:
Zuerst stellt das Anwenderprogramm fest, ob in der verwendeten Fontfamilie eine echte Kapitälchen-Schriftartvariante vorhanden ist.
Ist das nicht der Fall, werden die Kleinbuchstaben durch Großbuchstaben mit reduzierter Schriftgröße ersetzt.
Ist auch das nicht möglich, werden einfache Großbuchstaben eingesetzt. Das Ergebnis ist dann dasselbe wie bei text-transform:uppercase, d. h. hier bekommt auch die Sprache einen Einfluß auf die Transformation der Zeichen.
Es ist dem Browser nicht erlaubt, dass er eine andere Schriftartfamilie 'ausprobiert', um festzustellen, ob dort Kapitälchen vorhanden sind.
inherit
Bestimmt explizit, dass diese Eigenschaft denselben berechneten Wert wie im Elternelement annimmt.

Code-Beispiel

DIV.gros { font-variant: small-caps; }

Browserunterstützung

Die Eigenschaft font-variant wird von allen modernen Browsern unterstützt, mit folgender Einschränkung:

IE/win 5.x, IE/Win 6, IE 7
IE/Win erkennt den Wert inherit nicht.

Eric Meyer's CSS2 Test Suite zeigt am praktischen Beispiel, wie die Browser mit dieser Eigenschaft umgehen.

Keine Eigenschaft und kein Selektor stehen in einem Stylesheet für sich allein. In der Praxis kann das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Elementen und Selektoren einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Fähigkeiten der Browser haben. Bugs treten oft erst durch das Zusammenwirken mehrerer Eigenschaften an unterschiedlichen Elementen auf.

Wechselwirkungen

font, font-style, font-weight, font-size, line-height, font-family

Echte und nachgebildete Kapitälchen

Die Abbildung auf dieser Seite zeigt den Unterschied, um den es geht. Eine echte Kapitälchenschrift enthält eigene Zeichen: kleiner als Versalien, aber mit derselben Strichstärke, breiter im Verhältnis und mit angepassten Abständen. Eine nachgebildete Kapitälchenschrift verkleinert die Versalien rechnerisch, wodurch die Striche dünner werden als die der übrigen Buchstaben.

Im Text fällt das als Unruhe auf: die Kapitälchen wirken heller als der Rest der Zeile. Wer genau hinsieht, erkennt den Unterschied auch an den Abständen, die bei verkleinerten Versalien zu eng bleiben.

Die Spezifikation lässt beides zu und schreibt keine Qualität vor. Das Anwenderprogramm darf einen vorhandenen Kapitälchenschnitt verwenden, und wenn keiner vorhanden ist, darf es die Darstellung nachbilden. Welcher Weg gewählt wurde, sieht man dem Stylesheet nicht an, nur der Darstellung.

Wo Kapitälchen hingehören

Im Satz dienen Kapitälchen der Auszeichnung ohne Betonung. Sie heben etwas heraus, ohne die Zeile zu stören, wie es fette Schrift täte. Übliche Anwendungen sind Eigennamen in wissenschaftlichen Texten, Abkürzungen aus Großbuchstaben, die im Fließtext sonst zu laut wirken, und die ersten Wörter eines Kapitelanfangs.

Der letzte Fall ist auch technisch interessant, weil er sich mit dem Pseudoelement für die erste Zeile verbinden lässt, dessen Umfang sich mit der Spaltenbreite ändert.

Nicht geeignet ist die Auszeichnung für längere Passagen. Kapitälchen lesen sich langsamer als gemischte Groß- und Kleinschreibung, weil das Wortbild fehlt, an dem das Auge Wörter erkennt. Dieselbe Überlegung gilt für durchgehende Versalien.

Besonderheiten im Medientyp handheld

Diese Eigenschaft ist Teil des Standards CSS Mobile Profile 1.0 und unterliegt damit auch in Mobilgeräten allen relevanten Regeln aus CSS 2.1.

Die Ausgabe von Text in Mobilgeräten erfolgt ohne Textglättung und in relativ kleiner Schriftgröße. Deshalb werden als Kapitälchen deklarierte Schriftarten in fast allen Mobilgeräten durch senkrechte Fettschrift ersetzt.

Weitere Charakteristika

Die Stylesheet-Schnellreferenz mit einer Zusammenfassung aller visuellen Eigenschaften kann auch als PDF-Datei herunter geladen werden.

Ausgangswert
normal
Berechneter Wert
Spezifizierter Wert
Vererbung
Ja
Anwendbarkeit
Auf alle Elemente
%-Bezugswert
Nicht zutreffend
Mediengruppe(n)
Visual

Verwendete Standards

Dieser CSS-Referenz liegen folgende Spezifikationen zugrunde: CSS 1, CSS 2.1 CR und CSS Mobile.