CSS 2.1 · Eigenschaft
CSS-Eigenschaft font-stretch
Vollreferenz zu font-stretch: erlaubte Werte, Ausgangswert, Vererbung, Beispiel – und ein Regler, der zeigt, was die Eigenschaft tut.
font-stretch.probe { font-stretch: condensed; }
Der Webautor schreibt einen Absatz, der Browser setzt ihn nach den Regeln des Stylesheets. Groß- und Kleinschreibung, Abstand, Farbe und Schnitt hängen an genau einer Eigenschaft.
Erläuterungen

font-stretch: sokönnte es aussehen.
Die Eigenschaft font-stretch bewirkt, dass die gewählte Schriftart weiter oder schmaler als normal dargestellt wird. Es ist dem Browser überlassen, wie er die Fonts einer Fontfamilie den erlaubten Schlüsselworten zuordnet. Es ist auch möglich, dass ein Browser eine gewünschte Schriftweite aus den Daten seiner Schriftartdatei selbst erzeugt.
Diese Eigenschaft wird bis jetzt noch von keinem der weiter verbreiteten Browser realisiert und wurde in CSS 2.1 wieder entfernt. Sie ist erst für CSS 3 wieder eingeplant.
Font-stretch ist nicht ein Teil der Kurzschrift- Eigenschaft font, wird aber durch font auf seinen Ausgangswert zurückgesetzt.
Erlaubte Werte
Auszug aus der Spezifikation (die verwendete Syntax wird im Artikel CSS-Wertesyntax genauer erläutert):
'font-stretch' normal | wider | narrower |
ultra-condensed | extra-condensed | condensed | semi-condensed |
semi-expanded | expanded | extra-expanded | ultra-expanded |
inherit
- Schlüsselworte
-
normal(Ausgangswert)widernarrowerultra-condensedextra-condensedcondensedsemi-condensedsemi-expandedexpandedextra-expandedultra-expanded
inherit- Bestimmt explizit, dass diese Eigenschaft denselben berechneten Wert wie im Elternelement annimmt.
Code-Beispiel
H1.schlagzeile { font-stretch: expanded; }
Browserunterstützung
- Die Eigenschaft
font-stretchwird bis heute von keinem Browser
unterstützt.
Eric Meyer's CSS2 Test Suite zeigt am praktischen Beispiel, wie die Browser mit dieser Eigenschaft umgehen.
Keine Eigenschaft und kein Selektor stehen in einem Stylesheet für sich allein. In der Praxis kann das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Elementen und Selektoren einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Fähigkeiten der Browser haben. Bugs treten oft erst durch das Zusammenwirken mehrerer Eigenschaften an unterschiedlichen Elementen auf.
Wechselwirkungen
Ein Schnitt, den es geben muss
Die neun Schlüsselwörter beschreiben Breitenstufen einer Schriftfamilie, von sehr schmal bis sehr breit. Sie setzen voraus, dass die Familie diese Schnitte tatsächlich enthält, denn ein schmaler Schnitt ist nicht dasselbe wie eine gestauchte Normalschrift: Strichstärken, Rundungen und Punzen werden dabei eigens gezeichnet, damit die Schrift auch schmal noch ausgewogen wirkt.
Genau deshalb überlässt es die Spezifikation dem Anwenderprogramm, welchen Schnitt es welchem Schlüsselwort zuordnet. Eine Familie mit drei Breiten muss neun Stufen bedienen, eine Familie mit einer Breite kann keine bedienen. Die Seite nennt auch die dritte Möglichkeit: dass ein Anwenderprogramm die gewünschte Breite selbst berechnet.
Aus dieser Berechnung kommt der schlechte Ruf. Eine rechnerisch verschmälerte Schrift verliert die Ausgewogenheit, für die ein eigener Schnitt gezeichnet wird: die senkrechten Striche werden dünner, die waagerechten bleiben, und das Schriftbild wird unruhig.
Der Ausgangswert ist die normale Breite. Wie bei Gewicht und Neigung gilt: Wo die Familie den gewünschten Schnitt nicht hat, wählt das Anwenderprogramm den nächstgelegenen, und die Abstufung im Entwurf wird flacher als beabsichtigt.
Gestrichen und zurückgekommen
Die Eigenschaft war in CSS 2 enthalten und wurde in CSS 2.1 herausgenommen, weil sie kein Browser umsetzte. Der Grund lag weniger an der Eigenschaft als an den Schriften: Breitenschnitte waren im Web nicht verfügbar, solange Schrift nur aus dem Vorrat des Betriebssystems kam.
Mit der Möglichkeit, Schriften mit dem Dokument auszuliefern, hat sich das geändert. Seither gibt es Familien mit mehreren Breiten im Web, und die Eigenschaft ist in einem eigenen Modul für Schrift zurückgekehrt. Sie nimmt dort zusätzlich Prozentwerte an, und in Familien, die ihre Breite stufenlos verändern können, wirkt jeder Zwischenwert.
Damit hat sich der Charakter der Angabe verschoben. Aus einer Auswahl unter vorhandenen Schnitten ist eine Achse geworden, auf der sich die Schrift bewegt, und die Zuordnung, die die Seite dem Anwenderprogramm überlässt, trifft heute die Schriftdatei selbst.
Für ein Stylesheet heißt das zweierlei. Ein Wert wirkt nur, wenn die eingebundene Schrift die Breite überhaupt anbietet, und ob sie es tut, steht in der Beschreibung der Familie und nicht im Stylesheet. Und wo die Breite fehlt, bleibt die Angabe wirkungslos statt fehlerhaft, sodass ein Entwurf nicht zerbricht, sondern nur eine Abstufung verliert.
Besonderheiten im Medientyp handheld
Diese Eigenschaft ist nicht Teil des Standards CSS Mobile Profile 1.0. Mobilgeräte, deren Browser diese Eigenschaft umsetzen, sind bisher nicht bekannt.
Weitere Charakteristika
Die Stylesheet-Schnellreferenz mit einer Zusammenfassung aller visuellen Eigenschaften kann auch als PDF-Datei herunter geladen werden.
- Ausgangswert
normal- Berechneter Wert
- Nicht definiert
- Vererbung
- Ja
- Anwendbarkeit
- Auf alle Elemente
- %-Bezugswert
- Nicht zutreffend
- Mediengruppe(n)
- Visual
Verwendete Standards
Dieser CSS-Referenz liegen folgende Spezifikationen zugrunde: CSS 1, CSS 1 Errata, CSS 2.