CSS 2.1 · Eigenschaft
CSS-Eigenschaft elevation
Vollreferenz zu elevation aus CSS 1 und CSS 2.1 mit Syntax, Bedeutung, Beispiel und Browserunterstützung.
elevationAurale Eigenschaft aus CSS 2: kein Browser hat sie je umgesetzt; CSS 2.1 führt sie nur noch informativ, CSS Speech (Level 3) definiert Nachfolger.
Erläuterungen
Diese Eigenschaft definiert einen Vertikalwinkel für eine Schallquelle, unter dem der Hörer die Schallquelle virtuell wahrnimmt. Der Wert kann im Bereich von -90deg (senkrecht unterhalb des Hörers) über 0deg (mit dem Hörer auf gleicher Höhe) bis 90deg (senkrecht oberhalb des Hörers) liegen. Zusammen mit der Eigenschaft azimuth lässt sich damit der Ort einer Schallquelle in der gesamten räumlichen Sphäre definieren.
CSS 2.1 definiert nicht, durch welche technischen Hilfsmittel dieser Effekt erreicht wird, sondern beschreibt nur das gewünschte Resultat.
Hinweis:
Alle Auralen Eigenschaften werden in CSS 2.1 voraussichtlich nur noch als Anhang übernommen und sind nicht normativ.
Erlaubte Werte
Auszug aus der Spezifikation (die verwendete Syntax wird im Artikel CSS-Wertesyntax genauer erläutert):
'elevation' <angle> | below | level | above | higher | lower | inherit
<angle>- Eine Winkelangabe im Bereich von
-90degund90deg. below- Senkrecht unterhalb des Hörers (entspricht
-90deg). level(Ausgangswert)- Etwa auf gleicher Höhe mit dem Hörer ( entspricht
0deg). above- Senkrecht oberhalb des Hörers (entspricht
90deg). higher- Vergrößert den Wert des Erhöhungswinkels um
10deg. lower- Vermindert den Wert des Erhöhungswinkels um
10deg. inherit- Bestimmt explizit, dass diese Eigenschaft denselben berechneten Wert wie im Elternelement annimmt.
Code-Beispiel
H1 { elevation:50deg; }
P { elevation:10deg; }
Browserunterstützung
- Die auralen Eigenschaften werden bis heute nur mangelhaft unterstützt, so dass sie für die Produktion noch nicht geeignet sind.
Wechselwirkungen
Die senkrechte Achse und ihre Werte
Der Wertebereich ist eng gefasst: von -90deg senkrecht unter dem Hörer über 0deg auf
Ohrhöhe bis 90deg senkrecht darüber. Anders als beim Azimut gibt es keinen Vollkreis, denn hinter
dem Hörer beginnt nicht die Unterseite, sondern die waagerechte Achse, die azimuth beschreibt.
Beide Eigenschaften zusammen benennen einen Punkt auf einer Kugel um den Hörer.
Drei Schlüsselwörter benennen feste Punkte dieser Achse, zwei weitere verschieben den geerbten Wert
um jeweils zehn Grad nach oben oder unten. Diese relativen Werte verhalten sich wie die relativen Stufen
bei der Sprechgeschwindigkeit: weil die Eigenschaft vererbt wird, addieren sie sich über verschachtelte
Elemente hinweg. Vier Ebenen mit higher ergeben vierzig Grad, ohne dass an einer Stelle ein
auffälliger Wert stünde.
Der Ausgangswert ist level, also die Ohrhöhe. Ein Dokument ohne Angabe klingt damit so, als
säße der Sprecher dem Hörer gegenüber.
Warum Höhe schwerer ist als Breite
Die beiden Achsen sind technisch nicht gleichwertig, auch wenn die Spezifikation sie nebeneinanderstellt. Links und rechts erkennt das Gehör aus dem Vergleich beider Ohren: derselbe Klang erreicht das nähere Ohr etwas früher und etwas lauter. Diese Unterschiede lassen sich an jeder Stereoanlage nachbilden, und deshalb funktioniert eine Verteilung nach links oder rechts auf einfachen Geräten.
Oben und unten liegen dagegen für beide Ohren gleich weit entfernt. Der Vergleich hilft hier nicht weiter. Das Gehör erschließt die Höhe stattdessen aus feinen Verfärbungen des Klangs, die von der Form der Ohrmuschel stammen, und diese Form ist bei jedem Menschen anders. Eine allgemeingültige Nachbildung gibt es nicht; sie müsste auf den einzelnen Hörer eingemessen werden.
Das erklärt, warum von den beiden Eigenschaften nur die waagerechte einen Nachfolger gefunden hat. Für sie genügen zwei Kanäle. Für die senkrechte bräuchte es eine Kalibrierung, die ein Vorleseprogramm nicht hat und die ein Stylesheet erst recht nicht liefern kann.
Was die Idee wert war
Die Absicht dahinter ist trotzdem nicht abwegig. Wer viele Stimmen gleichzeitig hört, unterscheidet sie leichter, wenn sie aus verschiedenen Richtungen kommen; das Gehör trennt Quellen im Raum besser als Quellen am selben Ort. Ein Dokument, in dem Haupttext, Fußnoten und Randbemerkungen aus verschiedenen Richtungen kämen, wäre tatsächlich leichter zu verfolgen als eines, in dem alles nacheinander aus der Mitte kommt.
Umgesetzt wurde diese Vorstellung nie, weder für die Höhe noch für die Breite. Sie bleibt als Teil eines Entwurfs erhalten, der die aurale Ausgabe eines Dokuments so ernst nahm wie seine visuelle: mit einem Raum, in dem sich Dinge anordnen lassen, statt mit einer Reihe, die man nur von vorn nach hinten abarbeiten kann.
Besonderheiten im Medientyp handheld
Diese Eigenschaft ist nicht Teil des Standards CSS Mobile Profile 1.0. Mobilgeräte, deren Browser diese Eigenschaft umsetzen, sind bisher nicht bekannt.
Weitere Charakteristika
Die Stylesheet-Schnellreferenz mit einer Zusammenfassung aller visuellen Eigenschaften kann auch als PDF-Datei herunter geladen werden.
- Ausgangswert
level- Berechneter Wert
- Normalisierter Winkelwert
- Vererbung
- Ja
- Anwendbarkeit
- Auf alle Elemente
- %-Bezugswert
- Nicht zutreffend
- Mediengruppe(n)
- Aural
Verwendete Standards
Dieser CSS-Referenz liegen folgende Spezifikationen zugrunde: CSS 1, CSS 2.1 CR und CSS Mobile.